Nackenschmerzen
Ursachen, Übungen und professionelle Behandlung
Jeder Handgriff schmerzt, das Kaffeetasse-Anheben wird zur Qual und der Handschlag zur Tortour. Der Tennisarm (Epicondylitis lateralis) ist eine der häufigsten Sehnenbeschwerden überhaupt – und betrifft längst nicht nur Tennisspieler. Was wirklich dahintersteckt und warum absolute Schonung der größte Fehler ist, erfährst du hier.
Dieser Ratgeber dient ausschließlich Informationszwecken und ersetzt keine professionelle medizinische Beratung, Diagnose oder Behandlung durch einen Arzt oder Therapeuten.
Die Inhalte basieren auf aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen und unserer praktischen Erfahrung, sind jedoch allgemeine Empfehlungen. Jeder Mensch ist individuell – was bei einem Patienten hilft, kann bei einem anderen anders wirken.
Bei akuten oder anhaltenden Beschwerden konsultiere bitte immer einen qualifizierten Arzt oder Therapeuten. Selbstbehandlung ohne fachliche Einschätzung kann in manchen Fällen Risiken bergen. Deine Gesundheit ist wertvoll – lass dich professionell begleiten.
Der Tennisarm – medizinisch Epicondylitis lateralis oder laterale Epicondylopathie – ist eine schmerzhafte Reizung der Sehnenansätze an der Außenseite des Ellenbogens. Genauer gesagt: Die Sehnen der Handgelenk-Streckmuskulatur sind überlastet und entzündet.
Lange dachte man, es handele sich um eine klassische Entzündung (daher „-itis“). Heute wissen wir: In den meisten Fällen ist es eher eine degenerative Sehnenveränderung (Tendinopathie). Die Sehne ist nicht entzündet, sondern überlastet, schlecht durchblutet und in ihrer Struktur verändert. Das ist ein wichtiger Unterschied – denn die richtige Therapie setzt genau hier an.
Der Name führt in die Irre. Die allermeisten Patienten mit Tennisarm haben nie einen Schläger in der Hand gehabt. Die wahren Ursachen sind viel alltäglicher:
Der häufigste Auslöser in unserer Praxis. Stundenlange Mausbedienung mit leicht gestrecktem Handgelenk überlastet genau die Sehnen, die am äußeren Ellenbogen ansetzen. Die monotone Belastung über Wochen und Monate führt zur Degeneration – schleichend und oft unbemerkt, bis es plötzlich wehtut.
Schrauben, Hämmern, Streichen, Flächen schleifen – jede repetitive Greif- und Drehbewegung kann zum Tennisarm führen. Besonders gefährdet sind Maler, Elektriker, Mechaniker und Monteure.
Falsche Technik beim Bankdrücken, zu schwere Gewichte bei Bizepscurls oder unkontrollierte Pull-ups – der Ellenbogen leidet still mit, bis er sich lautstark meldet. Auch Kletterer und Golfer sind häufig betroffen.
Hecken schneiden, Unkraut jäten, Fenster putzen – saisonale Überlastung ist ein klassischer Auslöser. Im Frühjahr sehen wir regelmäßig eine Häufung von Tennisarm-Fällen.
Lass die Ursache abklären. Bei Physiotherapie Glawe behandeln wir Tennisarm gezielt – auch ohne Rezept.
Das ist der wichtigste Punkt dieses Artikels – und die größte Überraschung für die meisten Patienten: Absolute Schonung ist beim Tennisarm kontraproduktiv.
Warum? Weil die Sehne nicht entzündet ist, sondern degenerativ verändert. Sie ist schlecht durchblutet und hat ihre normale Struktur verloren. Wenn du sie jetzt ruhigstellst, verschlechtert sich die Durchblutung weiter, die Sehne wird noch schwächer – und beim nächsten Belastungsversuch meldet sie sich noch heftiger.
Das heißt nicht, dass du die schmerzauslösende Belastung einfach weiter durchziehen sollst. Es heißt: Die Belastung wird angepasst, nicht eliminiert. Weniger Intensität, bessere Technik, gezielte Übungen – das ist der Weg.
Diese Übungen sind evidenzbasiert und bilden das Rückgrat jeder guten Tennisarm-Therapie. Wichtig: Leichter Schmerz während der Übung (Stufe 3–4 von 10) ist in Ordnung. Starker Schmerz (ab 6 von 10) bedeutet: Intensität reduzieren.
Wenn Eigenübungen allein nicht ausreichen – oder wenn du schneller schmerzfrei werden willst – helfen diese professionellen Behandlungsansätze:
Gezielte Druckwellen regen die Durchblutung und Regeneration im Sehnengewebe an. Besonders wirksam bei chronischen Fällen, die seit mehr als 3 Monaten bestehen. Typisch sind 3–5 Sitzungen im Wochenabstand.
Unsere PHYSERA®-Therapie mit INDIBA® ist beim Tennisarm besonders effektiv. Die Radiofrequenz erhöht die Gewebetemperatur gezielt in der Tiefe, steigert den Stoffwechsel und fördert die Kollagensynthese – also genau das, was die degenerierte Sehne braucht. Viele Patienten berichten von spürbarer Verbesserung nach 2–3 Sitzungen.
Gezielte Querfriktionen am Sehnenansatz, Mobilisation des Ellenbogens und Behandlung der Halswirbelsäule (denn nicht selten kommt ein Teil der Problematik aus dem Nacken). Außerdem: Triggerpunktbehandlung der Unterarmmuskulatur zur Spannungsreduktion.
Ein Tape oder eine spezielle Epicondylitis-Spange kann den Sehnenansatz entlasten und Schmerzen im Alltag reduzieren. Es ist keine Therapie an sich, aber ein nützliches Hilfsmittel während der Heilungsphase – damit du weniger Schmerzen bei der Arbeit hast und die Übungen besser durchführen kannst.
Die Verwechslung ist häufig, dabei ist der Unterschied einfach:
Die gute Nachricht: Die Therapieprinzipien sind identisch. Aktive Belastung, exzentrische Übungen, professionelle Behandlung – nur die betroffene Muskelgruppe ist eine andere. Wir passen die Behandlung entsprechend an.
Da der Tennisarm so häufig durch Bildschirmarbeit verursacht wird, hier die wichtigsten Tipps für deinen Arbeitsplatz:
Der Tennisarm ist hartnäckig, aber gut behandelbar. Der Schlüssel liegt in der Kombination aus aktiven Übungen, professioneller Therapie und angepasster Belastung. Schonen allein bringt dich nicht weiter – im Gegenteil.
Bei Physiotherapie Glawe in Wildau behandeln wir Tennisarm und Golferarm mit einer Kombination aus manueller Therapie, INDIBA® Radiofrequenz und einem individuellen Übungsprogramm. Und das Beste: Du brauchst kein Rezept. Als Heilpraktiker für Physiotherapie können wir dich direkt behandeln.
Gezielte Behandlung statt Schonen – bei Physiotherapie Glawe in Wildau. Auch ohne Rezept.